Ich war ja den halben Januar und den ganzen Februar “unterwegs” und nicht zu erreichen. Und mein DaWanda-Shop war zu. Furchtbar. Jetzt ist er seit heute wieder frisch geöffnet. Kauft doch mal was. Jaja! Ein paar analoge Bildchen zum Beispiel. Frisch in meiner Küchen-Dunkelkammer vor meiner Abreise entwickelt.
Oder wartet noch ein bisschen…. ich habe nämlich “unterwegs” eine Serie fotografiert und die wartet auch schon auf die Positiv-Entwicklung. Bald ist es soweit.
Letztes Jahr war ich im Waschsalon in der Nähe der Tuckermannstraße. Und beim Warten auf die Wäsche bin Spazieren gegangen und am Atelier von Güde vorbeigekommen….. Durch die Scheiben konnte ich sehen, wie sie gerade an einem großen Bild gearbeitet hat….ich habe geklopft und wurde hereingelassen…..ahhhh, wie geil! Ateliers sind echt wie ein magischer Anziehungspunkt für mich. Ich freue mich schon JETZT wieder auf den Rundgang der HBK und zappel mit den Füßen wenn ich dran denke. Und ich habe mich dann tatsächlich getraut, Güde zu fragen, ob ich ein paar Bilder machen kann. Für meinen Mut wurde ich mit einem “Klar” belohnt. Sie hatte nicht viel Zeit, meine Wäsche würde auch irgendwann fertig sein aber trotzdem bin ich in Windeseile nach hause gejagt, habe meine Kamera geschnappt und konnte Güde und Ihr Atelier fotografieren. Wir haben geredet und die Zeit verging wie im Flug. Es war sooooooo inspirierend und magisch für mich. Vielen Dank, Güde!!! Und für alle Interessierten, hier gibts Infos zu der Künstlerin:
Facebook, Twitter, Lokalisten und wie sie alle heißen. Riesige Netzwerke mit Fäden in alle Richtungen. Hier findet man sich wieder. Alte Schulfreunde tümmeln sich in Freundeslisten; Menschen, die man nie im wirklichen Leben gesehen hat, Cousinen, beste Freunde. Im Socialnet findet man sich. Es läuft auf hunderten, tausenden Rechnern nahezu immer und nebenbei. Wenn ich Bilder bearbeite, ist facebook nebenbei offen.
Der wirkliche Mensch jedoch verschwimmt und wird viel zu oft nicht mehr wahrgenommen. Was bedeutet es, wenn ich mit einer alten Schulfreundin “befreundet” bin aber gar nicht weiß, wie sie heute, nach 20 Jahren aussieht? Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich Ihren Geburtstag vergesse, obwohl ich sie gerade erst wieder gefunden habe? Früher war es einfach: kein Kontakt, keinen Draht mehr zueinander, dann keine Glückwünsche. Heute bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Facebook erinnert mich schließlich an Geburtstage.
Und ist mein Kollege, der zufällig nur den selben Beruf gewählt hat wie ich, aus einer anderen Stadt, einem anderen Bundesland wirklich mein Freund? Wäre ich mit ihm befreundet, wenn er im selben Haus wohnen würde aber einen anderen Humor als ich hat? Bestimmt nicht. Die Grenzen verschwimmen und vieles scheint besser und strahlender, als es ist.
Die Menschen in meiner Freundesliste sind mir trotzdem wichtig. Manche mehr, manche weniger. Ich hüte und horte sie. Wem ich nichts mehr zu sagen habe, den sortiere ich aus, wie einen zu ausgeblichenen Pulli. Klick, Freundschaft gelöscht. Manche auf meiner Freundesliste fristen ein Dasein als Namen ohne Gesicht. Andere vermisse ich regelmäßig, wenn ich nichts von ihnen höre. Andere vermisse ich, wenn ich sie nicht regelmäßig in den Arm schließen kann. Aber darf man Menschen aussortieren? Darf ich? Ich muss manchmal.
Fakt ist: ich liebe Facebook und ich hasse Facebook. Manchmal bin ich auf der Hut. Manchmal waghalsig. In manchen Nächten denke ich, Facebook ist ein großes Tagebuch, in dem Geschichten erzählt werden und die mein Leben ausmachen. In zehn Jahren kann ich Miene Chronik ausdrucken und in eine Album kleben. In anderen Nächten fürchte ich mich vor den Netzen, die es auswirft und von denen man nicht weiß, wann sie eingeholt werden.
In meinem kleinen Projekt habe ich mich mit Facebook auseinandergesetzt. Vor allem im Kopf. Und noch immer drehen die Gedanken Kreise und sie werden es bei dem Thema Facebook auch für immer tun. Solange, bis ich alles mal lösche, wenn es mir zu viel wird. Andererseits: eigentlich kann doch nichts, was je im Netzt landet wieder vollkommen verschwinden, oder? Angsteinflößend und beruhigend zugleich. Ich hinterlasse Spuren. Mit jedem Buchstaben, den ich schreibe, mit jedem Klick auf Facebook. Unaufhörlich. Wie die Kafferinge auf Küchentischen, die sich einbrennen und als Zeitzeugen im Raum verharren.
Einige meiner Facebook-Freunde durfte ich fotografieren. Wir sind vernetzt. In echt. Und ich kenne sie. Durch meinen Job oder einfach so aus dem Leben. Wir haben durch Facebook am Leben der anderen Anteil. Ich danke Euch dafür.
Und finde es natürlich spannend, was sie über Facebook denken.
Ebenso frage ich mich, wie Ihr da draußen über Facebook denkt? Ich freue mich, wenn Ihr mir einen Kommentar hinterlasst oder mir eine Email mit einem Foto zum Thema schickt! einfach an post(at)braunschweig-fotograf.de
Hinterlasst Spuren auf meinem Blog! Derjenige oder diejenigen, die sich trauen, ihr “vernetzes” Bild auf meinen Blog zu stellen, bekommen ein kleines Dankeschön.
Mein Kommentar zu Facebook ist übrigens folgender:
”Facebook bedeutet für mich einerseits die verschwommene Kontur des Menschen und die vernetzte Verbindung zu seinen Kontakten, die alle hinter einer Maskerade verschwinden. Der Mensch wird unwichtig, wird zu einer Statuszeile ohne Gesicht. Jeder kann sich präsentieren wie er gesehen werden möchte und gibt private Sachen von sich preis. Die Konturen eines Menschen und das Innere verschwinden in diesem Netz. Werden kaum noch wahrgenommen, verzerrt. Gleichzeitig sind viele Menschen -auch ohne sich wirklich zu kennen- miteinander “vernetzt” und in Verbindung.
ABER: ebenso ist Facebook für mich authentisch und was Umarmendes: ich bin kein großer Telefonierer. Ich bin dafür jedoch sehr oft online. Und es erleichtert mir das soziale Leben: über Facebook kann ich durch kleine Gesten Kontakt zu den Menschen halten, die mir am Herzen liegen und deren Verbindung sonst durch den Strom der Zeit zerreißen würde.”
Eure Kerstin
Doreen:
“Für mich gehört es definitv zum Leben dazu, über Netzwerke mit Anderen im Kontakt zu sein. Egal, ob es die wirklich allerbeste Freundin ist oder nur ein flüchtiger Bekannter, dem man irgendwann mal über den Weg gelaufen ist. Ich finde, dass sich daraus interessante Dinge ergeben können. So wie mit uns Beiden. Früher hätte man sich nach einem Fototermin aus den Augen verloren. Heute freue mich über deine tollen Fotos, die du ins Netzt stellst und ich habe sogar die Möglichkeit mich von Dir vernetzen zu lassen. ; )) Man kann mit Leuten im Kontakt bleiben, mit denen man einst viel Zeit miteinander verbracht hat, sich aber leider die Wege trennen mussten. Dort kann man sich informieren, kommunizieren, verabreden….Trotz dessen darf man nicht das normale Leben aus den Augen verlieren, auch mal ein Buch lesen, im Wald spazieren gehen, sich mit Freunden treffen, mit der Tochter und ihren Puppen spielen, und vor allem, ein paar Tage ohne Netz leben können.”
Jasmin:
“Packend - Fesselnd - Lustig & sehr persönlich öffentlich mit gewissen Grenzen; das bedeutet es für mich, vernetzt zu sein.Es ist wundervoll, alte Freunde wiederzufinden und gelegentlich mit ihnen im Kontakt zu sein, ganz ohne Zwang. Neue , interessante Menschen, die einen kurz, oder auch längerfristig im Leben begleiten bleiben auch nicht aus. Und das ist eine schöne, lebensbereichernde Erfahrung! Bei aller Euphorie bin ich dennoch auf individuelle Weise auf meine Privatsphäre bedacht. Dabei stehe ich in einem Gewissenskonflikt hinsichtlich meiner beruflichen Tätigkeit. Die Frage, ” mit wem kann und möchte ich “befreundet” sein”, bekommt eine andere Dimension.”
René und Sibylle::
Sibylle: “Vernetzt, verlinkt, verbunden – das Gegenteil von vergessen und verloren. Schön ist es. Meistens.